Die Geschichte des Bartes - Bartformen und ihre Bedeutung

Im 21. Jahrhundert ist es unumstritten, dass der Bart männlich ist. Es gibt den Bart in diversen Bartformen. Die bekanntesten sind heutzutage wohl der Dreitagebart und der Vollbart. Doch auch in der Vergangenheit war der Bart bereits ein Symbol der Männlichkeit.

Des weiteren hatte er in einigen kulturellen Kreisen auch eine kultische und religiöse Bedeutung. Wir wollen die Geschichte des Bartes näher betrachten und beleuchten die verschiedenen Bartformen der Vergangenheit und schauen uns einige berühmte Bartträger genauer an. 

Der Bart im Altertum

Im Alten Ägypten war der Bart ein Zeichen der göttlichen Macht der Pharaonen. Der Pharaonenbart war ein geflochtener Kinnbart, welcher bei zeremoniellen Anlässen getragen wurde. Aus diesem Grund spricht man im Allgemeinen auch vom Zeremonialbart der Pharaonen. Die Besonderheit des Pharaonenbartes war, dass es sich dabei um eine künstliche Attrappe gehalten hat, welche an einem feinen Riemen am Gesicht befestigt war. Der natürliche Bartwuchs der Pharaonen war hingegen rasiert. 

Bis zur Eroberung durch Alexander dem Großen von Makedonien im 4. Jahrhundert vor Christus waren die alten Griechen stolz auf ihre langen Bärte. Bis dato wurden die Bärte nur zur Bestrafung oder als Zeichen der Trauer rasiert. Die Krieger der alten Griechen waren die einzigen Männer, welche ihre Bärte kurz ließen. Dies hatte vor allem strategische Gründe, da man im Krieg nicht durch seinen Bart behindert werden wollte. Durch die Machtübernahme Makedoniens änderte sich die Bartmode und die Männer begannen ihren Bart zu kürzen. Lediglich Teile der Oberschicht und der Philosophen trugen ihren Bart lang. 

Die Bartmode der Makedonier beeinflusste nicht nur die alten Griechen. Die Römer ließen sich ebenfalls durch den Hellenismus beeinflussen. Der Hellenismus beschreibt die Epoche vom Regierungsantritt Alexander des Großen bis zum Jahr 30 vor Christus. Durch den kulturellen Austausch wurde es auch bei den Römern üblich, seinen Bart zu kürzen.

Nordische Männlichkeit -  Der Wikinger Bart

Die Wikinger sind bekannt für ihre mächtigen Bärte. Die Serie “Vikings” machte den Wikingerbart salonfähig und vermittelt das Bild der rauen Krieger mit langem geflochtenen Bart. Auch wenn nicht eindeutig historisch belegt ist, warum die Wikinger ihre Bärte geflochten haben kann davon ausgegangen werden, dass man dadurch Nachteile im Kampf ausschließen wollte. Jedoch hatten nicht alle Wikinger einen Bart. Genauso gab es Wikinger, welche Ackerbau und Viehzucht betrieben. 

Bart und Religion

Einer der berühmtesten Bartträger war wohl Jesus von Nazareth. Das zumindest würden viele Menschen behaupten. Auch wenn Jesus auf vielen Bildern mit Bart dargestellt wird, ist es nicht gesichert, ob der berühmte Jesus Bart überhaupt existiert hat. Im Christentum wird nämlich nicht eindeutig vorgeschrieben, welche Bartform die richtige ist. Die verschiedenen christlichen Konfessionen wechseln mit fortschreitender Zeit ihre Traditionen und Deutungen darüber, wie lang der Bart eines Mannes sein muss. 

Anders verhält es sich im Islam. Viele strenggläubige Muslime tragen einen Bart. Sie beziehen sich auf Hadithe, in denen von Propheten und der Sahaba vorgeschrieben wird, dass der Mann einen Bart tragen muss. Bei der Sahaba handelt es sich um den Sammelbegriff für die Gefährten und Begleiter des Propheten Mohammed.

Im Judentum stellt sich ebenfalls die Frage, ob die Juden einen Bart tragen müssen. Viele strenggläubige Juden tragen einen Vollbart und Schläfenlocken. Jedoch ist es nicht schriftlich als Pflicht festgelegt. Im Judentum ist das Tragen eines Bartes mehr ein Brauch, als eine religiöse Pflicht. 

Persönlichkeiten mit Bart - das 19. und 20. Jahrhundert 

Männer mit ungepflegtem und wucherndem Bart galten in den frühen Monarchien Europas als unzivilisierte Wilde. Ein gepflegter Bart gehörte zum guten Ton und war in der hierarchisch orientierten Gesellschaft ein Ausdruck von Macht, Würde und Ansehen. Zum Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Tragen eines Bartes zum gängigen modischen Stilmittel. Wir wollen einige bekannte Persönlichkeiten vorstellen, welche auch durch ihren Bart berühmt wurden. 

Der Abraham Lincoln Bart 

Abraham Lincoln war der 16. Präsident der Vereinigten Staaten. Er wurde 1809 in Hodgenville geboren und starb 1865 in Washington D.C. Sein Markenzeichen war vor allem sein Bart ohne Schnauzer. Diese Bartform ist heute als Schifferkrause, Chin Curtain, oder als Lincoln bekannt. Traditionell wird der Lincoln von verheirateten Amischen, Quäkern und Mormonen getragen und symbolisiert dort Frieden und Freigeist. 

Der Karl Marx Bart 

Karl Marx war nicht nur bekennender Kritiker des Kapitalismus. Bekannt wurde er auch durch seinen umfangreichen Rauschebart. Karl Marx, der von 1818 bis 1883 lebte, trug den Bart aber nicht aus Gemütlichkeit oder als modisches Accessoire. Vielmehr lebte er in einer Zeit, in der der Rauschebart ein zeitgenössisches Kennzeichen der Revolution war. Die auch als Revoluzzerbart bekannte Bartform etablierte sich während der französischen Juli-Revolution 1830. In Deutschland verbreitete sich die Bartform 1848. Weitere bekannte Träger des Revoluzzerbarts waren Che Guevara und Fidel Castro. 

Der Kaiser Wilhelm Bart

Nachdem mehrere deutsche Staaten 1870-1871 im Deutsch-Französischen Krieg gemeinsam gekämpft und gesiegt hatten, erfolgte im Anschluss die deutsche Reichsgründung. Wilhelm I. wurde Kaiser und der Kaiser Wilhelm Bart ein Symbol für das Bekenntnis zur Nation. Millionen von Deutschen trugen den Kaiser Wilhelm Bart. Es handelte sich dabei um einen Schnäuzer mit zwei nach oben gestreckten Enden. Unter Wilhelm dem I. wurde der Bart zusammen mit Koteletten getragen. Kaiser Wilhelm II. setzte die Tradition des Kaiser Wilhelm Bartes fort, verzichtete jedoch auf die Koteletten. 

 

Der Chaplin Bart

Der Zweifingerbart des britischen Schauspielers Charlie Chaplin erlangte durch den Diktator Adolf Hitler tragische Berühmtheit. Was viele jedoch nicht wissen ist, das Chaplin den Chaplin Bart bereits in der Stummfilm Komödie “Mabel’s Busy Day” aus dem Jahr 1914 trug. Zu diesem Zeitpunkt trug Adolf Hitler das berühmte Markenzeichen noch nicht. Der historische Kontext hat dazu geführt, dass heutzutage fast niemand mehr den Chaplin Bart, welcher mittlerweile auch als Hitler Bart bezeichnet wird trägt.

Individualisiere jetzt deinen eigenen Bart 

Verschiedenste Kulturen und Berühmtheiten der Vergangenheit haben sich mit Hilfe ihres Bartes individualisiert. Zu unserer Freude ist der Bart noch immer ein gängiges modisches Stilmittel und Ausdruck der Männlichkeit. Konnten wir dich durch die genannten Bartformen inspirieren und möchtest du deine Ideen jetzt umsetzen? Wir empfehlen dir dazu das Bartpflege Set "Carribean Captain". In diesem Set ist alles enthalten, was du für die Individualisierung deines “modernen” Bartes brauchst. 

 

 

Solltest du uns von deiner persönlichen Bartform erzählen, oder deine Erfahrung mit verschiedenen Bartformen mit uns teilen wollen, dann schreib uns gerne in die Kommentare. Wir freuen uns auf dein Feedback.

Cheers!

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